Zielfisch

Angeln am Forellensee – Flucht aus der Schonzeit

Forellenangeln

Ein Plädoyer für Forellenseen

Von Gunnar Glimm

Die schlimmste Zeit eines Anglers ist wohl die Schonzeit. Für mich gibt es die perfekte Flucht, sie heißt Angeln am Forellensee.

Das Angeln in der kalten Jahreszeit, häufig bis tief in den März hinein, kann durchaus frustrierend sein. Inaktive Fische, sehr klares Wasser, Regen und Schnee vermiesen einem da schon mal den Spaß am schönsten Hobby der Welt.

Forellensee

Ich wohne in Berlin, hier ist ja ohnehin allgemeine Schonzeit angesagt, also müssen Alternativen her. Es verschlug mich daher im März immer wieder an die Havel in Brandenburg und ihre vielen Seen und Seitenarme. Fünf lange Tage am Stück konnte ich keinen einzigen Räuber überlisten, auch an der Alten Fahrt in Potsdam, sonst sicheres Barschgebiet, war nichts zu holen.

Gerade die Havel ist unglaublich klar und noch recht kalt, große Räuber, wie z.B. der Zander, sind daher Mangelware und man setzt eher Material zu, als den Traumfisch zu fangen. Vor kurzem hatte ich dann die Möglichkeit meiner Frustration ein Ende zu bereiten.

Ich bin im Harz in Sachsen-Anhalt aufgewachsen, war auf Heimatbesuch und traf meinen Großvater, der einen guten Tipp für mich bereithielt. Er empfahl mir einen Forellensee, an dem er immer gut fängt, ohne dass dies zu einfach wäre. Meine Erfahrungen an dieser Anlage möchte ich mit euch teilen!

Forellenteich

Auf diesem Foto ist der schöne Teich zu sehen, er liegt in Timmenrode, umgeben von Wald und Wiesen, recht ruhig und gut mit dem Auto zu erreichen. Für einen ganzen Tag mit zwei Ruten zahlt man hier nur 22€, was ich persönlich für absolut angemessen halte.

An Besatz gibt es vieles, was das Anglerherz höher schlagen lässt. Regenbogenforellen, Saiblinge, Lachsforellen, Zander, Störe, Welse und Karpfen werden regelmäßig gefangen. Besonders interessant: Lachsforellen bis 85cm!

Ansonsten ist der Teich größtenteils 2-3 Meter tief und es empfiehlt sich verschiedene Gerätschaften mit sich zu führen, denn an Ködern ist hier alles gestattet. Ich favorisiere das leichte Spinnangeln mit kleinen Gummiködern, Blinkern und Spinnern, was hier gerade an ruhigeren Tagen in der Anlage sehr viel Spaß macht.

Leichte Gummiköder, Blinker & Spinner bringen es.

Die Ausrüstung zum Angeln am Forellensee

Forellen machen besonders an leichtem Gerät viel Spaß, daher setzte ich an diesem Tag auf die Warbird von Flandern mit 10-30g Wurfgewicht. Dazu benutze ich die Red Arc von spro, 20er monofile Schnur.

Nun zu den Ködern im Genauen: Hauptsächlich kamen bei mir kleine Spinner von DAM in 6g zum Einsatz, in Silber und Bronze mit Schimmereffekt. Außerdem ein silber-goldener Blinker, ebenfalls DAM und in 6g. Einen Versuch wert war mir auch ein kleiner Gummifisch in 6cm von Gunki am leichten 5g Jigkopf.

Forellensee 4

Köderführung und Fangerfolg

Die Anlage öffnet immer um 9 Uhr morgens, also war ich sehr pünktlich da, stellte mein Gerät zusammen und fing direkt mit einem silbernen Spinner an und befischte sowohl die Uferkanten, als auch die Richtung der Teichmitte. Viel Struktur gibt es hier nicht, der Grund des Teiches ist sandig (kein einziger Hänger an diesem Tag) und recht monoton, ohne große Kanten.

Einige steinerne Stege gibt es allerdings, an denen auch Schilf wächst, das sind durchaus Hotspots. Meinen Spinner kurbelte ich immer recht einfach ein, wechselte immer wieder das Tempo, von schnell zu langsam. Schon nach ca. 20min Angelei der erste Biss, die schöne Regenbogenforelle saß und ich konnte den ersten Fisch des Tages landen. Es lohnt sich auch immer die Tiefe zu variieren, die Forellen stehen in solchen Teichen in verschiedenen Teichen. In der nächsten Stunde erhielt ich weitere Bisse, diese waren jedoch recht zaghaft und schwer zu verwerten.

Ich entschloss mich den Köder zu wechseln. Mit dem Gummifisch in Grün und Rot von Gunki befischte ich gezielt die tieferen Bereiche. Jiggen und monotones Einkurbeln (oder ein Mix aus beidem mit kurzen Absinkphasen bis zum Grund) sind zu empfehlen. Auch hier gab es wieder einige Bisse.

Jiggen & monotones Einkurbeln sind zu emfephlen

Gegen Nachmittag setzte ich wieder auf den silbernen Spinner und dieser brachte dann wieder den Erfolg. Ich konnte den Nachläufer eindeutig unter der Wasseroberfläche erkennen, legte beim Kurbeln einen kleinen Zahn zu, um den Fisch zusätzlich zu reizen und schon hing der Fisch am Haken! Zu meiner Überraschung war es ein schöner Saibling, ein Fisch, den ich noch nie zuvor gefangen hatte.

Forellensee 3

Mein Fazit zum Angeln am Forellensee

Für mich war dies ein rundum gelungener Tag mit zwei schönen Fischen in guter Pfannengröße (leckeres Abendessen war also garantiert) und in guter Angler-Gesellschaft. Gerade in der Schonzeit kann ein gut gepflegter Forellenteich eine klasse Alternative sein und dafür sorgen, dass man den harten Alltag zum Jahresbeginn mal hinter sich lassen kann.

Außerdem hat man hier auch die Chance auf den ein oder anderen nicht gerade alltäglichen Fisch. Probiert es aus, lasst euch überraschen!

 

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