Raubfisch Zielfisch

Angeln mit Twister – zurück zum Erfolgsköder!

Zu groß gibts nicht

Back to the roots- let´s twist again

Von Dennis Siever

Beim Angeln mit Kunstködern tritt nach einigen Jahren immer wieder dasselbe Phänomen auf:

Beim Angeln mit Kunstködern tritt nach einigen Jahren immer wieder dasselbe Phänomen auf: sobald neuartige Kreationen aus Gummi, Blech und Plastik auf den Markt kommen, vergammeln unsere oft altbewährten Erfolgsköder aus alten Tagen nach und nach in irgendwelchen Boxen.

Slim Jane

Dass wir Angler von der Neugier leben ist unheimlich wichtig und die stetige Weiterentwicklung in allen Bereichen des Angelns macht unsere Leidenschaft so spannend und abwechslungsreich. Ein Angler ohne Neugier wird sich nur bedingt weiterentwickeln können. Doch hin und wieder kann der Griff zu einem Köder aus der Mottenkiste den ein oder anderen erfolglosen Angeltag doch noch retten.

Als Klassiker unter den Gummifischen ist hier stellvertretend vom Twister die Rede. Ich muss zugeben, dass mich das Twister- Fieber erst seit zwei Jahren wieder voll erwischt hat. Und tatsächlich war es in dieser Zeit an manchen Tagen der Fall, dass Standard- Gummifische, Wobbler und co. nicht ansatzweise so viele Fische ans Band brachten, wie der gute, alte Twister.

Hund und Hecht

Als Kind des Kohlenpotts bin ich dazu verdammt, an Gewässern mit dauerhaft hohem Angeldruck zu fischen. Dass hier viele Fische nach relativ kurzer Zeit einen Eindruck der neuen und modernen Köder und Techniken bekommen, versteht sich von selbst. Der ein oder andere Klassiker kann genau hier als Außenseiter den gewünschten Erfolg bringen. Mittlerweile nutze ich diese Erkenntnis zum gezielten Angeln auf unsere Süßwasser- Räuber.

Bei der Größe des Twisters versuche ich mich am jeweiligen Zielfisch zu orientieren. Während ich beim Forellen- und Barschangeln eher zu kleineren Ködern zwischen 3 und 6cm neige, darf es beim Hechtangeln auch schon mal ein Gummischlappen mit über 30cm sein. Bis heute ist das Angeln mit Twistern vor allem unter Anfängern sehr beliebt, da der Köder stumpf ausgeworfen und eingeleiert genügend Fische an den Haken bringt. Der Gummischwanz erzeugt selbst bei geringem Tempo ausreichend Druck – bei einem Doppelschwanztwister umso mehr.

Doch was spricht als erfahrener Spinnfischer eigentlich dagegen, einen als langweilig geltenden Klassiker mit modernen Führungstechniken zu paaren? Richtig – nichts! Ein kleiner Köder mit einem verführerisch drehenden Gummischwanz am Dropshot- System kann an einem Barschberg der absolute Knaller sein. Ein beispielsweise brauner Twister mit dünnen Twisterschwanz sieht einem Wurm unter Wasser zum verwechseln ähnlich. Warum also darauf verzichten, einen Twister mal mit dem Carolina- oder Texas-Rig zu fischen?! Darüber hinaus gibt es meiner Meinung nach keinen besseren Trailer für Skirted- Jigs oder Chatterbaits als einen Twister.

Vor allem bei Chatterbaits, die ohnehin schon für viel Randale unter Wasser sorgen, bietet sich ein Twister als zusätzlicher Druckerzeuger an. Selbstverständlich machen Twister auch am Jigkopf, ob gefaulenzt oder gejiggt, eine gute Figur. Wer aber gerne einmal wissen möchte, welche Räuber sich zwischen dichten Seerosen und Krautfahnen aufhalten, sollte es unbedingt mal mit dem Softjerken und einem Twister am Haken probieren. Ihr werdet überrascht sein, was für Granaten sich in dem für andere Köderarten schwer zugänglichen Gestrüpp aufhalten.

Was die Frage für die beste Jahreszeit für das Angeln mit Twistern angeht, so kann ich pauschal nur eine Antwort geben: Twister funktionieren ganzjährig. Das ist im Sommer und Herbst natürlich kein großes Geheimnis. Im Winter setzen viele Angler jedoch häufig auf No-Action- Shads. Diese haben bei mir jedoch mittlerweile den Platz in meiner Mottenkiste mit Twistern getauscht. Wenn von 3 Dickbarschen im Winter mindestens einer auf das Konto eines Twisters geht, kann von Zufall keine Rede mehr sein. Allerdings führe ich diese dann völlig überbleit und ultralangsam am Grund.

defekte Twister nicht einfach wegschmeißen

Übrigens: sollte euch ein Twister im vorderen Köderbereich einmal kaputt gehen, so bewahrt das Hinterteil unbedingt auf. Mit den Schwanzteilen lassen sich schöne Dropshot- Montagen bauen. Außerdem habe ich schon Barsche auf dem Unterholz kitzeln können, indem ich kleinere Schwanzstücke an den hinteren Drillingshaken von Wobblern und Spinnern anhing.

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Wie ihr seht, lohnt es sich, dem ein oder anderen Klassiker eine neue Chance zu geben – in Kombination mit neuen Techniken und Montagen meist umso mehr. Und oft sind es die kleinen, aber feinen Details am Wasser, die den Unterschied zwischen Fisch im Kescher oder Schneidertag ausmachen.

 

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