Finesse Forelle Raubfisch Ultraleicht

Die Bachforelle, der Fisch der 500 Würfe

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Taktik und Köder zum Forellen-Saisonauftakt

Von Hannes Ulrich

Mit meinem Artikel möchte ich Euch mein Vorgehen bei der Pirsch nach der Bachforelle erläutern und gebe Euch einen kleinen Einblick in meine Tacklebox.
Viel Spaß beim Lesen.

Mit vollem Eifer und Vorfreude zog ich am ersten Wochenende nach Beginn der Forellensaison an meinen heimischen Bach um dort den Rotgetupften nachzustellen. Ich begann mit einem 7cm Gummiwurm in Neongelb, der mir im letzten Jahr die Erfolge brachte. “Also warum sollte der jetzt nicht fangen”, dachte ich mir. Doch nach einiger Zeit ahnte ich schon, dass es heute ein Schneidertag werden würde. Als ich dann meine komplette Köderpalette durch getestet hatte von naturfarben, bis hin zu Schock-Varianten und die Gummis durch Wobbler ersetzt hatte, hing ich sogar den vielversprechendsten aller Forellenköder, den Spinner in den Snap, aber nachdem mir dann klar wurde, dass sich kein Fisch mehr erbarmen würde meinen Köder zu nehmen beendete ich diesen Tag schweren Herzens.

Am Abend fragte ich mich weshalb die Fische heute ausblieben. Klar gibt es mal Schneidertage, denkt ihr jetzt bestimmt. Aaber mir kam es schon sehr seltsam vor, denn bisher war dieser Bach ein Garant für Forellen und eine Vielzahl von Äschen, doch an diesem Tag konnte ich nicht einen einzigen Fisch sehen, wobei sie sonst an den Brücken und überhängenden Ästen Schutz suchten. Zu meiner Enttäuschung verliefen die folgenden Touren genauso mager, wie die erste.

Bei mir steht beim Angeln nicht der Erfolg an erster Stelle, sondern das Genießen einiger Stunden in der Natur. Und trotzdem suche ich als Angler ja auch den Fangerfolg. Für mich war es immer ein schönes Erlebnis an diesem Bach die naturbelassenen Bachforellen in Händen zu halten und nachher zu sehen wie sie wieder in ihrem Element verschwinden. Deshalb gab ich nicht auf und versuchte es noch einmal.

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An einem schwülen Sonntag gegen Nachmittag fuhr ich los und versuchte mein Glück an einigen vielversprechenden Stellen erneut, an denen die langersehnten Bisse jedoch ausblieben. Bei meinem Spotwechsel allerdings, bemerkte ich ein paar Schritte von mir entfernt plötzlich ein Platschen an der Oberfläche und mir war bewusst: Die Hoffnung stirbt zu Letzt!

Es war eine Forelle die versuchte die Fliegen und Bremsen, welche sich auf der Wasseroberfläche absetzten zu schnappen. Also platzierte ich meinen kleinen Flachläufer direkt hinter den Ringen vor einem überhängenden Baum. Dann gab ich ihm ein paar sanfte Twitches un ließ ihn verführerisch über die heiße Stelle flanken. Und wie aus dem Nichts kam der knallharte Einschlag. Die leichte Rute bog sich sofort und ich genoss den Moment, auf den ich solange hingearbeitet hatte. Endlich zahlte sich meine Geduld aus und nachdem die Forelle zuletzt noch einmal vor meinen Füßen flüchten wollte, konnte ich sie sicher landen.

Hannes mit seiner ersten Forelle des JahresNun hielt ich sie also in meinen Händen, die erste Bachforelle 2016. Glücklicherweise konnte ich sie schnell vom Haken lösen und wieder zurücksetzen. Schon nach kurzer Erholungsphase signalisierte sie mit leichten Stößen im Schwanz, dass sie genug Kraft hat um zu schwimmen. Also tat ich ihr den Gefallen und ließ sie mit einem kleinen Schwung in Richtung Strömung los. Blitzschnell setzte sie sich unter der nächstgelegenen Baumwurzel am anderen Ufer ab.

Mein Fazit aus diesem kurzen Trip ist, dass man sich trotz wenig Hoffnung immer weiter bemühen sollte und es wenigstens versuchen muss. Irgendwann passiert das, was man schon fast für unmöglich gehalten hat und man ist plötzlich wieder voll bei der Sache. Das ist eines der schönsten Momente unseres Hobbys wie ich finde. Solltet Ihr eventuell auch schon mehrere Schneidertage hinter Euch haben, gebt nicht auf und versucht es weiter, denn nur dann wenn Ihr am Wasser seid und Eure Köder auswerft, habt Ihr die Chance auf einen Fisch.

Snapchat-784739463214877074 (002)Zum Schluss möchte ich Euch noch einen kleinen Einblick in meine Tacklebox geben, mit dem ich zur Forellenpirsch losziehe. Als Rute verwende ich eine leichte Spinnrute mit einem Wurfgewicht von 10g. Die Aktion meiner Rute ist schnell und sie biegt sich sehr leicht um die Fluchten und Sprünge abzufedern im oberen Bereich, trotzdem besitzt sie ein kräftiges Rückgrat, um auch größeren Fischen im Drill standzuhalten. Am liebsten werfe ich am Bach mit kurzen Ruten zwischen 1,80m und 2,15m, da ich auf den engen und oft dicht bewachsenen Plätzen besser agieren kann.

Als Rolle verwende ich hier eine 1000er Stationärrolle, da ich es bei dieser Angelei gerne leicht habe und ich nicht viel Strömung habe. Bespult ist meine Rolle mit geflochtener Schnur der Stärke 0,8-0,10, um somit direkten Kontakt zum Fisch aufbauen und halten zu können. Als Vorfach ist ein ca. 50cm langes Fluorocarbon mit einem kleinen Snap am Ende.

Als Köder verwende ich neben normalen schlanken Gummifischen von 6-10cm oder auch gerne kleine Minnows zwischen 4-7cm. Gut auf größere Bachforellen haben sich auch Krebsimitate bewährt. Doch falls die Forellen etwas zickiger beißen, werden auch kleine 2g Skirts, Wheelheads und weitere Finessebaits probiert.

Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen und konntet ein paar der Tipps gebrauchen.

Bild Quelle: Hannes Ulrich

 

 

 

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Kommentare

  • Toller Artikel!
    Habe selber auch schon Schneidertage hinter mir wenns um die Forellen geht!
    Ich Fische auf einem 13 km2 großen See in Österreich und verwende fürs Forellen Fischen auch so ähnliches Tackel und Köder!
    Was mir die meisten Fische gebracht hatt sind die Köder aus der UL-MFB :-)

    Würd mich freuen wenn noch mal so ein ähnlicher Artikel zu lesen wäre!

    Petri

  • Ein schöner Beitrag, der mal wieder Freud und Leid unseres schönen Hobbys wiederspiegelt. Als Angelneuling, kann ich die Frustration gut nachempfinden wenn nichts beißt. Aber wie der Autor schon schreibt, immer dran bleiben. Die Erfolge kommen dann (fast) von ganz alleine 😉

  • Johannes,
    dein Kommentar hat mich wirklich motiviert wieder mal Angeln zu gehen und vor allem mal wieder am Bach mit der Ultra-Light Angel den Forellen nachzustellen.Bisher hatte ich leider nicht so viel Glück und habe dann meistens früh aufgegeben weil ich dachte da beißt eh nix.
    Liebe Grüße,Magnus

  • Ich war ein wenig erstaunt, das die Forelle hier als Fisch der 500 Würfe bezeichnet wird.
    Auf Forelle gehe ich sehr gern angeln, da es nur sehr selten zu einem Schneidertag kommt.
    Meine Gerätekombination sieht ein wenig anders aus.
    Kurze Angelrute mit einem Wurfgewicht bis 5g, eine 500er Rolle und das Wichtigste: eine Monoschnur von Stroft.
    Mit dieser Gerätekombi und Würfe gegen die Strömung braucht man keine 50 Würfe und man hat gute Forellen am Band. Noch unauffälliger kann man kaum auf Forellen angeln.

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