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Viva Andalucia – Spinnfischen an der Küste Südspaniens

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Spinnfischen an der Küste Südspaniens

Von Julian Schmidt

 

Endlich mal wieder in die Sonne. Super !

Nach fast drei Jahren Sonnenbrandabstinenz und San Miguel Entzug (schmeckt nämlich auch nur da wo´s her kommt) beschloss ich mit meiner Holden und den Kids zwei Wochen in den Herbstferien in Südspanien zu verbringen.
Nach dem die Flüge gebucht waren, das Mietauto gesichert und die Unterkunft unter Dach und fach war, begann mich auch schon schnell dieser immer wiederkehrende Gedanke zu quälen:

Urlaub mal ohne Angel ? Ganz entspannt mit der Familie ?

Nein ! Niemals ! Das kannst du dir abschminken Schatz !

Wir werden schöne Tage gemeinsam dort verbringen, aber ich möchte die Chance nutzen den ein oder anderen Salzwasserräuber ans Band zu bekommen. Verzeih, aber mein evolutionärer Trieb als Jäger und Sammler darf hier nicht einfach übergangen werden.

Mit diesem Entschluss fing ich auch schon ein paar Tage später an, die Küste via Google Maps genaustens zu studieren, um vermeintliche Spots in der Region zwischen Nerja und Almunecar zu finden. Gerade in diesem Bereich gibt es einige, gerade zu dieser Zeit so gut wie kaum besuchte Naturstrände mit viel Struktur. Genau dort, wo ich Gonzalo Zackenbarsch und Pablo Wolfsbarsch vermutete. Mit viel Glück ja vielleicht sogar ein kleiner Thun, ein Barracuda oder eine andere spannende Meereskreatur.

Ich konnte es kaum erwarten und hatte mein Tackle schon vor allen anderen Dingen gepackt. Die letzten Arbeitstage vor dem Urlaub wollten, wie sollte es auch anders sein, gar nicht vergehen und ich erwischte mich des öfteren gedanklich, im Sonnenuntergang bei 24 Grad im T-Shirt, auf einem Felsen stehend, einen schönen Depredador zu drillen.

Los geht’s…

Nach dreieinhalb Stündigem Flug in Malaga angekommen, mussten wir noch eine gute Stunde zu unserer Bleibe in Richtung Salobrena die Küste gen Osten fahren. Auf dem Weg dort hin fuhren wir größtenteils die nicht enden zu wollenden Kurven durch das bergige Südspanien. Es sah traumhaft aus, und ich freute mich wie ein kleines Kind neben der freien Zeit mit meinen Liebsten schon in den nächsten Tagen mal etwas Abwechslung von unseren Berliner Barschen, Hechten und Rapfen zu bekommen.

Google Maps

Quelle: Google Maps

Nach einer entspannten Nacht und einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns an unserem ersten Tag auf die Suche nach einem, der von mir vorher ausgekundschafteten Buchten. Wir fuhren eine Weile und machten einige Stopps, um uns von den Plateaus der Steilküste die vereinzelten Buchten von oben anzusehen.

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Letztendlich fanden wir mit Hilfe meines fotografischen Gedächtnisses und den für mich nicht mehr zu missen wollenden Fähigkeiten meines wirklich smarten Phones die Bucht, die mir zu Hause aus der Vogelperspektive meines Laptops schon so gut gefiel.

Wir parkten etwas oberhalb der Bucht auf einem staubigen, schattenarmen Parkplatz und wanderten einen holprigen Schotterweg unter der musikalischen Begleitung zirpender Flamencogrillen hinunter zum Strand. Genau so hatte ich mir das vorgestellt, und nicht anders.

Wir waren so gut wie alleine und das gefiel uns gestressten Stadtbewohnern allen sehr.

Nachdem ich mit meinen Kindern baden war, mir die Sonne auf die Plauze scheinen lassen habe und wir uns noch mit ein paar Oliven und Käse stärkten, schien der Moment gekommen auf den ich die letzten Wochen schon sehnlichst gewartet habe:

Eine Stunde nur für mich, das Meer und meine Rute.

Ich lief den Strand entlang, der zum Ende der Bucht immer steiniger wurde und watete ins Wasser, um auf einen langgezogenen Felsen zu klettern, der etwas weiter raus ins Wasser ragte, um ein möglichst großes Areal abfischen zu können.

Ich hatte mir aus meiner Sammlung ein paar flachlaufende lange Wobbler, Stickbaits und Popper mitgenommen und begann mit nervösen Fingern mein Fluorocarbon durch den Snap zu fummeln. Manchmal kann so einfach, auch so lange dauern. Verdammt.

Ein X Rap in weiß sollte der erste glücksbringende bzw. fischbringende Köder werden und so montierte ich diesen ans Ende meiner Schnur.

Ich versuchte mit meinem ersten Wurf so weit wie möglich in Richtung einiger Felsen weiter draussen im Wasser zu gelangen. War da etwas ? Etwas sanftes ruckte in meine Schnur. War das ein Biss?. Das wäre doch zu schön um wahr zu sein. Also nochmal den Bait in die gleiche Ecke katapultiert und zu meiner großen Freude bekam ich an der selben Stelle eine schöne Attacke. Ein kleiner, hungriger Sägebarsch konnte dem truddelnden Happen nicht widerstehen. Ich war verblüfft, welchen Rabats diese kleinen Räuber schon veranstalten konnten.

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Da kam Freude auf.

In dieser Stunde sollten noch ein paar weitere rot-braun gestreifte Cousins unserer Flußbarsche folgen.

Das war fürs Erste ein toller Einstand.

Am nächsten Abend begleitete mein Sohnemann mich auf der Suche nach einem netten Plätzchen zum Fischen unterhalb unseres Ferienhauses. Es war ziemlich abenteuerlich sich in diesem Steilküstenbereich auf holprigen Trampelpfaden, durch Büsche und Sträucher nach unten zum Wasser zu kämpfen. Es gab in diesem Küstenabschnitt keine wirklich frei zugänglichen Strände oder Buchten. Das sollte für uns jedoch kein Hindernis sein. Ganz im Gegenteil. Mein Sohn hatte großen Spaß.

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Unsere Mühen sollten dann auch zur Dämmerung belohnt werden.

Wir legten zwei Ruten mit Fischfetzen ca. 40m bis 50m nach draßen auf Grund und mit einer Rute  versuchte ich aktiv meinen Adrenalinspiegel zu beeinflussen.

Ich kam allerdings kaum dazu mich wirklich aufs Spinnfischen zu konzentrieren, da die hungrigen Sägebarsche ständig an den Grundruten hingen. Wir fingen einige, und auch wenn es nicht die größten Stachelritter sind, machte die Frequenz wirklich Laune und gerade mein Sohn freute sich unheimlich über so viel Action an seiner Rute.

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Diesen Abend wird er mit Sicherheit sein Lebtag nicht vergessen. Ich auch nicht.

Nach ein paar angelfreien Tagen mit schönen Ausflügen nach Granada, Nerja und kleineren, verträumten  Dörfern in der Umgebung, fuhren wir nochmal in die ca. 30km entfernte Bucht, in der wir schon am ersten Tag waren, und ich meine ersten schönen Sägebarsche fangen durfte.

Nach dem üblichen Tagesablauf: Buddeln, Baden, Schnorcheln, Sonnen wollte ich unbedingt nochmal mit meiner Peitsche ein paar Würfe im Bereich der Felsen am Ende der Bucht machen.

Nachdem die Familienexekutive zustimmte und ich versicherte nicht den restlichen Tag fern zu bleiben lief ich den Strand durch den warmen Sand entlang in der Hoffnung heute nochmal einen anderen Räuber überlisten zu können.

Am Spot angekommen montierte ich mir einen großen Popper an mein Vorfach. Nach ein paar Würfen ohne Erfolg und jeglichem Kontakt, wechselte ich auf einen schlanken Max Rap in weißem Dekor mit lilafarbenen Kopf. Mit diesem verführerischen Köder sollte ich nicht lange Werfen, um den ersten Fisch am Haken zu haben.

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Ein wunderschön gemusterter Zackenbarsch attackierte meinen Bait mit brachialer Gewalt. Nach einem aufregenden Drill mit einigen spannenden Fluchten vor dem Felsen auf dem ich stand, konnte ich meinen ersten schönen braunen Gezackten landen und in die Linse halten.

Da kam Freude auf. Schnell noch ein Blick auf die Uhr, um zu gucken wie viel qualitative Zeit noch bleibt für das schönste Hobby der Welt und weiter gings.

So konnte ich in der folgenden Stunde noch drei weitere kampfstarke Zackenbarsche zur kurzen Fiesta mit obligatorischem Fotoshooting überzeugen. Ein wirklich schöner Fisch, der selbst schon in der Größe um die 30 bis 40cm enorm Spaß macht.

Leider geht auch die schönste Zeit irgendwann vorbei und nach zwei tollen, erholsamen und aufregenden Wochen in Andalusien hieß es zurück nach Berlin.

Es wird mit Sicherheit nicht das Letzte mal gewesen sein, dass ich mit meiner Familie und selbstverständlich auch mit einer Reiserute die traumhafte Region Andalusien besuchte.

Hasta la próxima, Julian

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Kommentare

  • Finde ich super, bin oft in der Nähe von Malaga, nur leider ohne Reiserute. Der X-Rap findet sich auch in meiner Tackle-Kiste wieder! Schöner Bericht 😉

  • Toller Beitrag! Ich selbst angel jedes Jahr am Mittelmeer und fange auch tolle Fische! Mein schönster war eine 1,16m Grosse parlometa und einige Barrakudas. Gerade abends zb am Hafen lassen sich Grosse fische überlisten. Tagsüber begnüge ich mich mit LRF. Dort fängt man meist Barschartige, Brassenarten oder Hornhechte.

  • Sehr spannend geschrieben. Ich werde gleich mal die Reise Seiten durchsuchen.
    Etwas mehr Info über die Rute und Rolle hätte mich gefreut aber sonst sehr gut geschrieben. Petri und TL

    • Hey Dom#1, du hast ein exklusives Paket aus einem Wobbler, zwei Gummifischen, einem speziellen Zusatzköder sowie Aufkleber für deine Tacklebox gewonnen.
      Sende mir doch gern deine Adresse an marcel@myfishingbox.com damit wir dir deinen Gewinn zusenden können.

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